Kostenübernahme

Eine gezielte, individuelle Lerntherapie hat ihren Preis, und viele Eltern sind finanziell nicht in der Lage, für ihr Kind über ein bis zwei Jahre lang Fördermaßnahmen zu bezahlen. Manchmal ist das auch nicht notwendig, denn in bestimmten Fällen gibt es Möglichkeiten der Kostenübernahme über das Jugendamt. 

Über die entsprechenden Bestimmungen informiert Sie Ihr örtliches Jugendamt oder der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie. 

Stellt eine unabhängige Beratungsstelle per Gutachten bei einem Kind eine nach §35a KJHG eine drohende seelische Behinderung, oder eine bereits eingetretene seelische Behinderung fest, ist die Jugendhilfe angehalten, dem Kind geeignete Maßnahmen zur Eingliederungshilfe zu finanzieren. Diese Hilfsmaßnahme kann eine Lerntherapie (Legasthenie- oder Dyskalkulietherapie) sein. 

In der Regel besteht das Jugendamt darauf, dass vor einer Kostenübernahme durch die Stadt erst einmal die Schule im Bereich der Förderung tätig geworden sein muss. Ist diese Förderung nicht ausreichend, so kann eine außerschulische Lerntherapie notwendig werden. Diese wird dann entweder in Form eines Stundenkontingentes und über einen zeitlichen Umfang erstattet. 
Ist eine Kostenübernahme der Lerntherapie bewilligt, so können sich die Eltern einen geeigneten Träger selber aussuchen. Die Kosten des Trägers müssen aber im Rahmen der üblichen Angebote liegen, da das Jugendamt die Erstattung auf einen bestimmten Stundensatz begrenzen kann. 

Weiterhin gibt es die Möglichkeit, dass die Krankenkasse die Kosten für die Lerntherapie übernimmt oder sich an den Kosten zumindest beteiligt. Hier müssen sich Eltern jeweils im Einzelfall bei ihrer Kasse informieren.

Liegt das Einkommen von Eltern unter dem Sozialhilfesatz, so gibt es die Möglichkeit, eine Kostenerstattung für Nachhilfestunden beim Sozialamt zu beantragen. Nachhilfe ersetzt jedoch nicht eine Lerntherapie, und wird bei Teilleistungsstörungen wie Dyskalkulie oder Legasthenie keine weitreichende Wirkung haben.