Ursachen

Als Ursache für eine spezifische Lese-Rechtschreibschwäche werden überwiegend genetische, in Einzelfällen auch durch Hirnschädigungen bedingte Störungen der Informationsverarbeitung angenommen. Zusätzlich spielen auch psychosoziale Belastungen eine große Rolle.

 

Es ist unbestritten, dass selbst bei guter und bester Förderung schwere Formen der Lese-Rechtschreibschwäche auftreten können. In einem solchen Fall ist von einer erheblichen Beeinträchtigung der visuellen, auditiven und sprechmotorischen Informationsverarbeitung auszugehen.

 

Wenn die Defizite der Informationsverarbeitung nur ein leichtes oder mittleres Niveau erreichen, spielt die angemessene Stimulation der informationsverarbeitenden Systeme eine entscheidende Rolle. Klinisch relevante Störungen sind in diesen Fällen vor allem dann zu erwarten, wenn zusätzlich Defizite in der Förderung des Kindes bestehen. Dabei spielen nicht nur die Anregung selbst, sondern auch die Lernvoraussetzungen (z.B. emotionale Sicherheit, ruhiger, geordneter Tagesablauf) eine Rolle. Als besonders ungünstig im Verlauf erweisen sich Störungen, die von starken psychosozialen Belastungen begleitet sind. So können Verhaltensstörungen durch Lese-Rechtschreibstörungen, Misserfolge in der Schule sowie eine eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit erheblich verstärkt werden.